Wenn zwei Bundespolitiker über denselben Sachverhalt sprechen, sollte man gut hinhören.
Peter Weiß, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales aus der CDU, sagt: "…2014 war für die gesetzliche Rentenversicherung ein Sensationsjahr."
Markus Kurth, Rentenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, äußert: "…Sinkendes Rentenniveau und unzureichende private Vorsorge führen zu einer bedrohlichen Entwicklung der Gesamtversorgung im Alter."
Wer nun Recht hat?
Man kann durchaus sagen, auf den ersten Blick beide.
Auf den zweiten Blick entpuppt sich die Freude über rentenpolitische Sensationen als beginnendes Ausblenden der Realität.
Die Rentenkasse ist derzeit gut gefüllt- dank des laufenden Arbeitsmarkts und der Regierung.
Denn steigende Löhne bedeuten steigende Beitragseinnahmen, multipliziert mit wachsender Beschäftigung führt dies zu großen Summen.
Ein weiterer Effekt ist, die für Anfang 2014 fällige Beitragssenkung von 0,6 Prozentpunkten wurde von der Großen Koalition nicht zur Entlastung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber genutzt. Die rund sechs Milliarden Euro wurden in die Rentenkasse getan und damit die Kasse zusätzlich stabilisiert.
Dennoch wird sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern, der so genannte Rentnerquotient, wird spürbar verändern – zulasten der arbeitenden Bevölkerung.
Heute ist das Verhältnis etwa zwei zu eins. In ca. 15 Jahren werden gerade einmal 26,7 Millionen arbeitende Menschen in die Kasse einzahlen, aber rund 17,5 Millionen Empfänger werden diesen gegenüberstehen.
Die Folgen:
Das Sicherungsniveau der Rente wird absinken, nicht zuletzt, weil die Rentenanpassungen dank der Rentenformel stets unterhalb der Lohnsteigerungen rangieren.
Der Rentenversicherungsbericht formuliert es sehr deutlich:
Das Sicherungsniveau alleine werde "nicht ausreichen (…), um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen". Die Altersarmut ist auf dem Vormarsch.
Eine der Hauptforderungen des BRH Sachsen, nämlich endlich die „ 19 vergessenen Berufsgruppen“ zu bedenken, ist hier nicht enthalten und thematisiert. Aber sie bleibt bestehen und wir setzen uns weiter dafür ein.
Rita Kiriasis-Kluxen

