Warnstreiks in Mitteldeutschland
ÖFFENTLICHER DIENST DER LÄNDER: ARBEITGEBER MÜSSEN BLOCKADE AUFGEBEN STREIKS
IN DREI LÄNDERN - 27.000 LANDESBESCHÄFTIGTE BEI DEMO IN LEIPZIG

Mit einem ganztägigen Warnstreik haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am 24. März 2015 ihrem
Unmut über die Blockadehaltung der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen für
den öffentlichen Dienst der Länder Luft gemacht. 27.000 Landesbeschäftigte
folgten dem Aufruf von dbb und DGB-Gewerkschaften zur zentralen Kundgebung
auf dem Leipziger Augustusplatz. Auch Beamtinnen und Beamte waren gekommen,
um die gemeinsamen Forderungen zu unterstützen.
'In den drei hinter uns liegenden Verhandlungsrunden hat die
Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu keinem Zeitpunkt erkennen
lassen, dass sie an einem fairen Kompromiss interessiert ist', sagte der
Zweite Vorsitzende und Verhandlungsführer des dbb, Willi Russ. Damit habe
die TdL 'die Menschen erst auf die Palme und dann auf die Straße gebracht',
so Russ.
'Statt endlich ein lineares Angebot vorzulegen, wollen die Arbeitgeber an
die Zusatzversorgung ran. Diese Forderung nach pauschalen Einschnitten ohne
vernünftige Begründung erschüttert das Vertrauen der Beschäftigten in das
System der Zusatzversorgung. Es gilt: Kürzungen im Leistungsrecht sind mit
uns nicht zu machen', rief Russ unter dem Beifall der Demonstranten.
In diesen Tagen machten bundesweit erneut zehntausende Polizisten,
Straßenwärter, Lehrkräfte, Krankenschwestern und Beschäftigte der
Landesverwaltung, unterstützt von Kommunalbeamten, mit ihren Demonstrationen
klar: 'Sollte es am 28. März in Potsdam kein Ende der Blockadehaltung und
kein ordentliches Angebot geben, werden wir auf Deutschlands Straßen zeigen,
wozu wir in der Lage sind - und zwar unbefristet', drohte Russ.
Zum Streitpunkt Entgeltordnung für Lehrer warf Russ den Arbeitgebern vor,
gar keine wirkliche Entgeltordnung, sondern nur ein 'Deckmäntelchen'
zu wollen. 'Die TdL will nicht verstehen, dass diejenigen Lehrerinnen und
Lehrer, die im Arbeitnehmerstatus sind, endlich in der Bewertung ihrer
Leistung an die verbeamteten Kolleginnenund Kollegen angepasst werden
wollen. Warum ist das eigentlich so schwer zu verstehen, Herr Bullerjahn?',
fragte Russ und betonte: 'Wir brauchen eine echte Entgeltordnung für
Lehrkräfte - und zwar jetzt!'
Weitere Informationen zur Einkommensrunde: www.dbb.de/einkommensrunde2015

